Urlaub: ein Thema mit einer langen fotografischen Geschichte, die so vielfältig ist wie das Konzept selbst und eine Vielzahl faszinierender Bilder aus allen Teilen der Welt umfasst.
Von Henri Cartier-Bresson, der 1936 französische Arbeiter bei ihrem ersten bezahlten Urlaub dokumentierte, über seine zweite Frau und Mithumanistin Martine Franck, die 1976 ihre Landsleute im Sommerurlaub porträtierte, bis hin zu zahlreichen modernen Fotografen haben sich schon lange für die Freizeit anderer interessiert.
Doch was faszinierte sie an diesem Thema so sehr? Was verraten Urlaubsbilder über Menschen, Orte oder die Gesellschaft als Ganzes?
Natürlich kommt einem bei diesem Thema sofort in den Sinn Martin Parr, einer der bedeutendsten Fotografen unserer Zeit und ein produktiver Chronist der Freizeit, dessen bahnbrechende Serie 'Letzter Ausweg' Die zwischen 1983 und 85 in der englischen Küstenstadt New Brighton (in der Nähe seines damaligen Wohnorts) aufgenommenen Bilder umfassen einige der kultigsten Urlaubsdarstellungen, die es gibt.
Doch Parr war nicht der erste Engländer, der seine Landsleute im Urlaub dokumentierte. Mehr als ein Jahrzehnt zuvor hatte Tony Ray-Jones in seiner inzwischen gefeierten Serie aus den Jahren 1966 bis 68 die Sitten und Eigenheiten der Engländer festgehalten.
Nach seiner Rückkehr aus den USA (wo er beim renommierten Harper's Bazaar Art Director Alexey Brodovitch studierte und sich mit Joel Meyerowitz anfreundete, mit dem er oft auf den Straßen New Yorks fotografierte) machte sich Ray-Jones daran, seine Landsleute in ihrer Freizeit zu dokumentieren. Seine Bilder, durchdrungen von Ironie, Mitgefühl und Humor, markierten eine deutliche Abkehr von der damals bei Fotojournalisten beliebten rohen „Objektivität“ und beeinflussten eine ganze Generation namhafter Fotografen, darunter Martin Parr.
In jüngerer Zeit ist der aufstrebende griechische Fotograf aus Miami Niki Gléoudi hat viel Zeit darauf verwendet, spontane Bilder von Menschen im Urlaub aufzunehmen.
'Strände Stories, ' ihre fortlaufende Serie, untersucht, wie Menschen jeden Alters und jeder Bevölkerungsgruppe sich, wenn sie von den Zwängen und dem Druck des täglichen Lebens befreit sind, völlig frei ausdrücken können und so Momente voller Humor, Freude und Liebe erleben können, die grundlegende Bestandteile der menschlichen Existenz sind.
„Menschen am Strand sind meiner Meinung nach meist ihrem wahren Selbst näher, frei von Verpflichtungen, gesellschaftlichen Zwängen oder Tabus. Sie können loslassen, sind frei und näher an ihren eigenen Emotionen.“ – Niki Gleoudi
Doch Urlaubsdarstellungen können auch poetischer sein, ein Mittel, um Momente zu verewigen, Erinnerungen festzuhalten, Durch ein Bild die wahre Essenz einer bestimmten Zeit und eines bestimmten Ortes vermitteln.
Dies gilt zweifellos für Joel Meyerowitz und seine äußerst einflussreiche Serie von 1979 Kap Licht. Im Laufe von zwei Sommern trainierte er seine 8×10 Deardoff Vintage-Kamera (mit Farbfilm bespielt) auf Cape Cod, Massachusetts (damals ein äußerst beliebtes Ziel für Sommerurlaube), wobei er mit außergewöhnlicher Kunstfertigkeit die sich ständig verändernde Farbe des Ortes einfing und so das unglaubliche Potenzial der Farbigkeit zeigte.
Es ist ein wirklich bemerkenswertes und beständiges Werk, das bis heute kraftvoll bleibt. induzierend ein Gefühl von Fernweh, Nostalgie, Gelassenheit und sogar Sehnsucht, Empfindsamkeiten, die fassen in vielerlei Hinsicht unsere Urlaubserinnerungen zusammen.
Man betrachtet es (ein Foto) und die ganze reale Welt summt, brummt und bewegt sich, und doch herrscht in diesem kleinen Bild Stille, die wie die Welt aussieht. Diese Verbindung, dieser Zusammenstoß, diese Schnittstelle ist eines der erstaunlichsten Dinge, die wir erleben können. - Joel Meyerowitz
Die Bedeutung von Urlaub ist subjektiv und wird daher von jedem Fotografen anders ausgedrückt. Viele verbinden mit dem Begriff natürlich den goldenen Sand eines sonnenverwöhnten Strandes, andere hingegen die verwinkelten Gassen einer unbekannten Stadt, weit entfernte Gipfel oder vielleicht die grüne Landschaft in der Nähe ihrer Heimat.
Doch was allen großen Darstellungen dieses Themas, von den Werken von Meistern wie Bresson oder Meyerowitz bis hin zu denen weniger bekannter zeitgenössischer Künstler, gemeinsam ist, ist ihre Fähigkeit, das immense Gefühl der Freiheit einzufangen, das ein Urlaub vermitteln kann.
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